Beitrag, Amtsblatt, 04.07.2009

Kommunale Krankenhäuser – warum?
von Katharina Krefft

Der verantwortungsbewusste Umgang mit Versicherten- und mit Steuergeld bedeutet in einem kommunalen Unternehmen: Gewinnverwendung im Unternehmen, um es zukunftsfähig aufzustellen. Darüber hinaus werden Gewinne der St. Georg gGmbH zur gemeinnützigen Verwendung an die Stadt abgeführt.

Anders als andere Krankenhäuser, insbesondere das Uniklinikum, hat sich das städtische St. Georg immer zu einer angemessenen Entlohnung derjenigen bekannt, die täglich für die Patienten arbeiten. Die deutschen Krankenhäuser stehen seit Jahren unter einem erheblichen Kostendruck. Zuletzt kam das Krankenhausfinanzierungsreformgesetz der schwarz-roten Bundesregierung, das einer wirtschaftlichen Betriebsführung zusetzt.

Die Krankenhäuser haben wenige Möglichkeiten, zu reagieren – und sparen beim Personal. Ich plädiere für andere, weitsichtigere Einsparungen, nämlich im Betrieb: Energie(kosten)einsparung sowie konsequente Personalführung in flachen Hierarchien.

Zunehmend können im Pflegebereich Ausbildungsstellen nicht besetzt werden. Die Berufsbedingungen und die unfaire Entlohnung schrecken ab. Wir müssen weiterhin gute, geeignete Menschen für den Pflegeberuf gewinnen, um die Qualität der medizinischen Versorgung zu sichern! Die Demographie, die alternde Gesellschaft mit wenigen Heranwachsenden, lässt keinen anderen Schluss zu: Soziale Berufe müssen attraktiv sein, sie müssen Perspektiven eröffnen, ein förderliches Arbeitsumfeld, Weiterbildung und Aufstieg, und tarifliche Entlohnung. Darum habe ich als St.-Georg-Aufsichtsrätin gegen den Austritt aus dem Kommunalen Arbeitgeberverband gestimmt.