| Straßenleben ohne Verbote Amtsblatt, 23.04.2011, Ausgabe 8/2011von Katharina Krefft, Bündnis 90/Die Grünen Mit Beginn der wärmeren Jahreszeit heizt auch die Politik ein. In Parks und an anderen öffentlichen Orten konsumierter Alkohol erregt die Debatte. Wie aber damit umgehen, dass Menschen sich an Plätzen treffen, trinken, auffällig, laut, unangenehm werden? Seit bald 2 Jahren gibt es in Leipzig auf Initiative der grünen Fraktion und mit engagierter Unterstützung der Verwaltung ein Modellprojekt: „Von der Straße ins Leben – Straßensozialarbeit für erwachsene Alkoholkranke“. Zwei Sozialarbeiter vom Suchtzentrum suchen im EFRE-Fördergebiet Leipziger Westen Trinkplätze auf und bieten Beratung, Hilfestellung, weiterführende Angebote. Das Ergebnis lässt bereits aufhorchen. Die Gruppenmitglieder beginnen die Angebote anzunehmen und bemühen sich um unauffälliges Benehmen. Auch für Polizei und Ordnungsamt ist der Erfolg messbar. Die Beschwerden wegen Ruhestörung nahmen um 40% ab. Anliegende Stadtbezirke sind hochinteressiert an der Ausweitung des Angebotes, z. B. Grünau mit den Problemen am PEP-Center. Das ist ein Modell, das sich nicht als Lösung der Alkoholprobleme anbietet, aber Probleme mit dem Alkohol lösen hilft: die tragischen privaten und die öffentlich ärgerlichen. Das Projekt soll fortgesetzt und ausgeweitet werden – so unser aktueller Antrag an den Rat.
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