Mit den Menschen Stadtsanierung anders machen
Presseveröffentlichung, Amtsblatt, 23/2011, erschienen 17.12.2011

von Katharina Krefft, Bündnis 90/Die Grünen

Am Sanierungsprojekt Windmühlenstraße zeigt sich ein doppeltes Dilemma: Zur Freude, dass eine weitere stadtbildprägende Ecke herausgeputzt wird, gesellt sich die Empörung, dass dafür ein Kunst- und Lebensraum verschwinden könnte. Diejenigen, die das Quartier wach geküsst haben, die günstige Mietkonditionen und ihr kreatives Potential zusammenbrachten, die mit ihren Kindern, die langjährig oder auf niedrige Mieten angewiesen dort einen Lebensort fanden, könnten aus dem Zentrum verdrängt werden für eine bauliche Aufwertung. Die Stadtverwaltung hat es versäumt, die Interessen von Menschen höher als Sanierungswünsche zu werten. Der Stadtrat wurde nach dem Aufstellungsbeschluß, der die Aktivitäten steuern sollte, außen vorgelassen, die Stadt einigte sich mit dem neuen Eigentümer und begnügte sich mit dem Ergebnis. Die Fraktion Bündnis 90/Die Grünen fordert nun die Vorlage des Bebauungsplanes für das Gebiet, um den Bestand zu sichern und der Mietergemeinschaft eine Chance zu geben, ihren Lebensort zu behalten. Nicht mehr aufhalten werden wir die Kaufhalle, denn mittlerweile kann der Eigentümer auf Vertrauensschutz pochen: Doch gilt es, ihn beim Wort zu nehmen für eine nur maßvolle Sanierung. Denn alles andere wäre ein Verlust für das südliche Zentrum.