Bericht "Homosexuelles Leben im Alter – Forderungen an Politik und Pflegekräfte" -
Fachgespräch am 11.11.2010

Veranstaltung Homosexualität im AlterFachgespräch der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen „Homosexuelles Leben im Alter – Forderungen an Politik und Pflegekräfte“ am 11. November war ein voller Erfolg

Gleichgeschlechtliche Lebensform im Alter und in der Altenhilfe – noch immer ein Tabuthema

Seriöse Untersuchungen gehen von einem Bevölkerungsanteil homosexueller Menschen zwischen 5 und 10 % aus. Von diesen Untersuchungen ausgehend bedeutet dies, dass in Leipzig aktuell zwischen 5.800 und 11.700 Homosexuelle im Alter ab 65 Jahren leben, von denen wiederum anteilig ca. 1.500 pflegebedürftigen sein könnten. Da insbesondere die über 65jährigen eine Zeit der massiven gesellschaftlichen, staatlichen und persönlichen Diskriminierungen erlebt haben, kann es nicht verwundern, dass ältere, alte und hochbetagte Lesben und Schwule in der Öffentlichkeit kaum sichtbar sind. - Für die sozialpolitische Sprecherin der Stadtratsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen Katharina Krefft war das Grund genug, am 11. November 2010 zu einem Fachgespräch im Neuen Rathaus einzuladen.

Gemeinsam mit Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern hiesiger Pflegefachschulen, Leiterinnen und Leitern von Altenpflegeeinrichtungen sowie interessierten Bürgerinnen und Bürgern wurde das Thema „Homosexuelles Leben im Alter – Forderungen an Politik und Pflegekräfte“ breit erörtert und diskutiert. Das Fachgespräch steht auch im Zusammenhang mit dem Auftrag des Stadtrats von September 2010 an den Oberbürgermeister unter Mithilfe des Seniorenbeirates seniorenpolitische Leitlinien zu erarbeiten. Diese sollen Bestandteil des 3. Altenhilfeplanes 2010 sein und die unterschiedlichen Situationen von Seniorinnen und Senioren in Leipzig widerspiegeln sowie Handlungskonsequenzen aufzeigen.

Stadträtin Krefft: „Es wird Zeit, dass wir auch im neuen Leipziger Altenhilfeplan ein Bewusstsein entwickeln für die Belange spezieller Zielgruppen, wie derer mit gleichgeschlechtlicher Orientierung. Auf sie muss, wie beispielsweise auch auf die älterer Menschen mit Migrationshintergrund, mit Behinderung und mit psychischer Erkrankung, in besonderem Maße eingegangen werden.“ Denn gerade diese älteren Menschen sind auch heute noch besonders häufig von Ausgrenzung betroffen. Dies beginnt bereits damit, dass ihre Bedürfnisse im Alter nur unzureichend berücksichtigt ...

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