| Rede zum Antrag "Leipzig - Stadt für gerechten Handel" am 18.11.2010 Lesen Sie dazu auch die Rede zur Eröffnung des Contigo-Ladens in Leipzigs Nikolaistraße siehe auch Pressemitteilung vom 22.07.2010: Dem Antrag wurde mit den Stimmen von SPD- und Die Linke-Fraktion zugestimmt.
„Hier sind die Meister“ heißt die aktuelle Kampagne des Bildermuseums. Handwerk, darunter auch von Stadträten, ist meisterlich, ein Kunstwerk. Sehr geehrter OBM, geehrte Stadträte und Stadträte, werte Gäste, Dabei war Handwerk aus unserem Alltag verschwunden. Es gibt sie nicht mehr, die Hinterhofwerkstätten, heute zeugen liebevoll sanierten Gebäude davon, ich war jüngst in einer Schlosserei, heute Tagungslokation, Namen wie Gerberstraße Wir haben den Wert des Handwerkes, die Achtung vor der Hände Arbeit verloren, ich denke, weil wir es nicht mehr sehen, nicht mehr daran teilhaben. Wir erleben nicht, wie unsere Schuhe genäht, Stoffe gewebt und gefärbt, unsere Kleidung geschneidert wird. Doch wir nutzen die Produkte. Wir kaufen Kleidung, genäht in Bangladesh. Keramik, made in china. Kunstgewerbe aus Südamerika. Wir sehen Erzeugnisse, aber nicht, wer sie gemacht hat, unter welchen Umständen. Zu welchem Lohn. Wir wissen nicht, wer daran verdient, und wir können es nicht einfach erfragen, weil es nicht in unserem Alltag stattfindet. Fair Trade ist ein Label, das garantiert, dass es bei Herstellung und Vertrieb der Produkte gerecht zugeht. Der Preis wird nicht an der Börse, fern vom realen Geschehen, verhandelt, sondern vorab mit den Kleinbauern, die sich meist in Genossenschaften zusammengeschlossen haben, festgelegt. Der Vertrieb geht ohne Zwischenhändler, in Deutschland sind 4 Fairhandelshäuser aktiv. Es besteht Transparenz, und wofür die Premiumzahlungen verwendet werden, das können sie den Publikationen und heute sehr komfortabel dem Internet entnehmen. In der letzten Sitzung sprach ich zu save me – Flüchtlinge aufnehmen. Meine Herren, meine Damen, Fairer Handel ist der beste Flüchtlingsschutz. Er sichert Einkommen, er sichert Lebensgrundlage durch eigenes Wirtschaften, er macht unabhängig und stärkt Demokratie, denn es sind Kleinbauern, ihre Genossenschaften, die gemeinsam über alle Belange entscheiden – und wir wissen, dass demokratische Teilhabe der beste Signalgeber für Entwicklungen ist, die ohne Demokratie sehr schnell in die Katastrophe münden, weil vertuscht wird statt rechtzeitig zu handeln. Da überwiegend ökologisch angebaut und verarbeitet wird, schützt die kleinbäuerliche Landwirtschaft und Produktionsweise außerdem auch die natürliche Lebensgrundlage. Fair trade stärkt die lokale Wirtschaft, sichert Beteiligung und ermöglicht Entwicklung! Und Leipzig? Nächstes Jahr können wir hier einen großen Event erleben. Herr Jung wird als OBM Leipzigs das Schild „fair trade town“ entgegennehmen! Wir können erste sächsische Stadt werden, die damit für gerechten Handel wirbt. Was brauchen wir: eine Steuerungsgruppe – sie hat sich bereits 3x getroffen. Im Unterschied zu anderen Städten ist nicht die Stadt, sondern die Zivilgesellschaft federführend, ich finde das ist richtig leipzigerisch. Es braucht Akteure wie einen Verein, z.B. aus dem Sport, eine Schule, die sich das Thema zu Eigen machen. Aufmerksame Medien, die regelmäßig über die Aktivitäten berichten. Und Schließlich für Leipzig mit über 500T Einwohnenden etwa 30 Gastronomien und 60 Geschäfte. Und ich bin restlos begeistert, dass das Dezernat von Herrn Rosental, mit Herrn Pohl und Herr Elsässer von der Agenda, sogar eine Position gefunden haben, die wir für ein Plakat nutzen wollen, das sich teilnehmende Geschäfte und Lokale an die Türe hängen können, um für sich zu werben. Ich freue mich über dieses Beispiel guten Verwaltungshandelns – Impulse aus dem Stadtrat aufzunehmen und engagiert zu untersetzen. Auch beim Wirtschaftsbürgermeister, Herrn Albrecht, stießen wir auf freundliche Aufgeschlossenheit. Es ist ganz entscheidend, dass gerechter Handel verinnerlicht, und bei verschiedenen Gelegenheiten vermittelt wird. Sie können auch mitmachen: Sie können der nächsten gewählten Amtsleiterin einen Strauß fair gehandelter Rosen schenken, die feine Schokolade „Die Leipzigerin“ überreichen oder eine Flasche Las Lomas; oder sie können beim nächsten Rathauscup mit fair produzierten Bällen Fußball kicken. Und: sie können jetzt zustimmen!
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