| Sehr
geehrter Herr OBM, meine Herren und Damen,
Herr Obser,
das Anliegen, das Sie mit Ihrem Antrag hier einbringen, kann ich ja gut
nachvollziehen. Der Bolzplatz am Deiwitzweg und die Streetballanlage am
Silbersee haben schön öfters Ärgernis bei Anwohnern und
Anwohnerinnen verursacht.
Es ist mir aber unverständlich, wie Sie auf die Idee kommen, daraus
einen „Schöner Leben ohne Sport, Spiel und Spaß“
- Antrag zu formulieren. Und warum Sie das Problem generalisieren und
alle Anlagen aus den Wohngebieten ausgliedern wollen.
Dies begründet mit Ruhe, Ordnung und Sicherheit. Ich habe mir mal,
um ein Gefühl zu bekommen, was Sie unter Ruhe, Ordnung und Sicherheit
verstehen, die Mühe gemacht, das Landtagswahlprogramm der DSU, deren
Landesvorsitzender Sie ja auch sind, zu lesen. Ich kann sagen, da wurde
ich doch stutzig. Unter der Kapitelüberschrift Sicherheit, Ruhe und
Ordnung lese ich: Tiraden über Straftäter, die immer jünger
werden und über kriminelle Jugendliche.
Ist Sport, Spiel und Spaß denn nun in Ihren Augen eine kriminelle
Handlung?
Ich bitte Sie.
Wir wollen Kinder und Jugendliche nicht an den Rand drängen. Gerade
auch aus Gründen der Sicherheit. Auf der Straße können
sie heute nicht mehr spielen. Und Angebote müssen wohnungsnah sein.
Wir wollen mehr Verständnis zwischen den Generationen. Und um die
Interessenskonflikte, die zwischen Jugendlichen, die Sport treiben oder
spielen oder einfach nur beisammen sitzen und Musik hören wollen,
und älteren Anwohnern, die gerne etwas Ruhe haben möchten, zu
entschärfen, halte ich feste Zeiten, wann Ballspiele und Musik erlaubt
sind, für die vernünftigere Lösung.
Vielleicht sollten Sie statt repressive Maßnahmen zu fordern, die
Beteiligten besser dazu auffordern, zusammenzukommen und die Probleme
nachbarschaftlich zu lösen. Statt einer Gruppe das Vorrecht zu geben,
sollen sich beide gemeinsam auf Regeln einigen, die dann auch einzuhalten
sind.
Mit Exklusion lösen Sie kein Problem!
|
|