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geehrter Herr OBM, werte Kollegen und Kolleginnen, liebe Gäste,
in der Druckvorlage sind für mich erhebliche Missstände erkennbar:
1. Ich staune über einen Mehrbedarf für heilpädagogische
Maßnahmen für schulpflichtige Kinder von 55%. Ist hier unsolide
geplant worden – oder sind die Kinder vom Himmel gefallen?
2. Über 155% Mehrbedarf an Hilfen für seelisch Behinderte –
auch das hätte planbar sein können.
3. Grundsicherung: Das Land hat 1.867.500 € weniger zugewiesen als
erwartet. Der Mehrbedarf beläuft sich in dieser Vorlage aber auf
rund 1 Million mehr – also insgesamt 2,9 Millionen. Auch hier erkenne
ich eine äußerst mangelhafte Planung, denn mit der prognostizierten
Fallzahl hätte eine höhere Summe im Haushalt eingestellt werden
müssen.
4. Möchte ich etwas zum Landeswohlfahrtsverband bemerken. In diesem
hat sich in diesem Jahr eine Finanzierungslücke aufgetan Ausgeglichen
wurde sie mit Mitteln, die dem Freistaat für die Grundsicherungsleistungen
zugewiesen wurden. Die Alternative wäre gewesen, dass die Mitglieder
der LWV ihren Beitrag erhöht hätten. Ich finde, eine solche
Beitragserhöhung wäre die saubere Lösung gewesen. Und Leipzig
hätte einen Anlass gehabt, im LWV auf Kostenkontrolle zu dringen.
Leipzig kann sich hier nicht damit herausreden, dass die Städte
im LWV nut 1/3 Stimmenanteil haben. Ich erwarte, dass sich die Stadt Leipzig
mit den ländlichen Kreisen auf eine nachvollziehbare Einnahmenstruktur
und eine transparente Ausgabenseite im LWV verständigt.
Wir stimmen den überplanmäßigen Ausgaben zu, weil es
im Sinne der Betroffenen nicht anders geht. Einsehen können wir es
aber nicht.
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