Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen konnte Haushaltsmittel für das Projekt Aufsuchende Straßensozialarbeit für Alkoholkranke für 2012 sichern!
Pressemitteilung, 22. Dezember 2011


Das unterdessen stadtweit bekannte und erfolgreiche Projekt „Von der Straße ins Leben - Aufsuchende Straßensozialarbeit für alkoholkranke Erwachsene“ (Träger Suchtzentrum Leipzig gGmbH) kann in bewährter Weise im kommenden Jahr in Leipzig West (Lindenau, Plagwitz, Leutzsch) seine Arbeit fortsetzen. Die Finanzen wurden im nötigen Umfang aufgestockt, indem der Stadtrat mehrheitlich in seiner Sitzung am 15. Dezember 2012 dem Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen gefolgt war. Somit ist die Anschlussfinanzierung der Stadt Leipzig an die im April auslaufende EU-Förderung für das Projekt gesichert. Katharina Krefft, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen dazu: " Alkoholkranke Menschen und die damit verbundenen Probleme – und Auswirkungen auf die Umwelt – gibt es an vielen Orten im Stadtgebiet. Eigentlich nur durch direkte Ansprache und zuverlässigen Beziehungsaufbau der Sozialarbeiter entstehen realistische Re-Integrationschancen. Nur mit langem Atem gelingt es im Suchtfall Menschen bei diesem Ausstiegsweg ausreichend zu begleiten und alle anhäuften Probleme zu bearbeiten, so dass das eigene Leben wieder übersichtlich wird und Tagesabläufe zu bewältigen sind.

K. Krefft weiter: Wir freuen uns über die unterstützenden Stimmen aus den anderen Fraktionen zu unserem Haushaltsantrag. Wir können daraus ableiten, dass das nichtrepressive Herangehen an Sucht / Alkoholismus von unseren Stadtratskollegen als erfolgreich und unbedingt auszubauen gewertet wird. Repression hingegen spaltet die Gesellschaft und baut Suchtkranken unüberwindbare zusätzliche Hürden.
Wir sagen, dass die im kommunalen Haushalt nun zusätzlich bereitgestellten Mittel in Höhe von 85 T EUR finanziell bestens angelegtes Geld sind, denn die gesellschaftlichen Folgen von Sucht und Alkoholismus bedeuten langfristige Kosten für Kommune, Krankenkassen und sonstige. Mit diesem Projekt können sie vermieden werden – und die Zumutungen für das Umfeld werden deutlich gemindert.

Leipzig nimmt mit diesem Projekt eine Vorreiterrolle ein - es wird von anderen Großstädten mit Interesse beobachtet. Das EFRE-finanzierte Projekt war auf Antrag der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen und engagierte Bearbeitung durch das Gesundheitsamt nach Ausschreibung durch die Suchtzentrum gGmbH realisiert worden. „Von der Straße ins Leben“ wirkt bereits seit 2 Jahren, einige Trinkerplätze konnten aufgelöst, die Menschen für Soziale Hilfen angesprochen und in ihrem Trinkverhalten positiv beeinflusst werden. Der Erfolg ist ebenfalls messbar an der auffallend stark zurückgegangenen Anzeigen wegen Störung öffentlicher Ruhe und Ordnung. Die Arbeit wird von 2 Sozialarbeitern ausgeführt, die den Kontakt zu den Gruppen auf- und ausbauen konnten. Es liegen viele Anfragen aus anderen Stadtbezirken vor, die allerdings nicht berücksichtigt werden konnten, da die Förderung durch EU-Mittel die strenge Beschränkung auf das Fördergebiet verlangte. „Mit der städtischen Finanzierung wird nun auch die stadtweite Ausweitung des Angebotes ermöglicht“, betont Katharina Krefft abschließend.