| Die umfassende Rolle des Allgemeinen Sozialdienstes (ASD) in Leipzig kommunizieren
Pressemitteilung, 01. Oktober 2010
Anlässlich des Berichtes zum Tod eines einsamen 62-Jährigen in Plagwitz erklärt Katharina Krefft, sozialpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen:
Es ist ein trauriges Schicksal, dessen Problemhintergrund hinlänglich bekannt ist, ohne dass sich bisher etwas geändert hat. Der Allgemeine Sozialdienst (ASD) ist beim Jugendamt angesiedelt und wird leider als reine Jugendhilfeeinrichtung wahrgenommen und sogar als solche aktiv kommuniziert.
So findet sich auf den online-Seiten der Stadt unter der Rubrik ASD: "Die Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen des Allgemeinen Sozialdienstes stehen Familien, Jugendlichen und Kindern bei der Bewältigung von unterschiedlichen Problemlagen zur Verfügung." Ruft man den ASD nach den Dienstzeiten an, dann hört man im Anrufbeantworter: „Bei Erziehungsfragen wenden sie sich bitte an den Jugendnotdienst.“
Angehörige oder Nachbarn, die sich für alte Menschen um Hilfe bemühen, werden dagegen nicht angesprochen, für sie ist die Zuständigkeit des ASD nicht erkennbar, und sie werden mit Ihren Sorgen allein gelassen. Das ist nicht Sinn des ASD, der in jeder der neun Dienststellen einen Mitarbeiter für die Betreuung nach Sozialgesetzbuch und damit für Erwachsene und Alte vorhält.
„Ich fordere den Jugendamtsleiter, Herrn Dr. Haller und die ASD-Leitung dringend auf, den Allgemeinen Sozialdienst als Einrichtung für alle zu kommunizieren, damit diese im Bedarfsfall wirklich Hilfe erfahren!“ Auch ist die Personalbemessung für den Bereich Erwachsene und Alte auch angesichts des demographischen Wandels ernsthaft zu hinterfragen. Ein Gutachten weist 21 Stellen als erforderlich aus, derzeit sind es lediglich 8,3 Vollzeitstellen.
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