Leipzigs Schulnetzplanung muss jetzt auf den Tisch!
Pressemitteilung, 24. November 2005

Zur Information des Stadtrates und der LeipzigerInnen im Interview in der LVZ vom 15. November mit dem inzwischen wiedergewählten Dezernenten Jung über die nochmalige Verschiebung der Veröffentlichung, der Diskussion und der Verabschiedung des Schulnetzplanes, erklärt Katharina Krefft, schulpolitische Sprecherin der Fraktion Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat Leipzig:

„Seit 2004 steht der Schulnetzplan in der Pipeline der Stadtverwaltung. Die Beschlussfassung kam nicht, wie vorgesehen im Februar 2005 zu Stande, nachdem auf Grund des Ergebnisses der Landtagswahl 2004 und der daraufhin geschlossenen Koalition von SPD und CDU Änderungen in der sächsischen Schulpolitik versprochen wurden. Auch für Herbst 2005 kam es nicht zur Beschlussfassung, denn jetzt wurde die Bevölkerungsentwicklungsprognose für Leipzig abgewartet. Nun liegt diese vor. Die Vorlage des Schulnetzplanes wird aber wieder verschoben - diesmal mit der Begründung, man warte noch eine Entwicklungsprognose auf Grund zu erwartender veränderter Übergangszahlen auf das Gymnasium, da nun der Elternwille stärker Berücksichtigung finde, ab.

Die Eltern und die Kinder der 4. Klassen brauchen jetzt Gewissheit, in welcher Schule auch in den kommenden Jahren unterrichtet wird! Sie bleiben völlig unnötig in Ungewissheit.

Die Schullandschaft Leipzigs muss vom Stadtrat gestaltet werden können, das ist nur möglich, wenn für die Diskussion und Entscheidung ausreichend Zeit ist. Das und die sowieso höchst problematische Regelung der Gewaltenteilung in den Belangen der Schulstandorte zwischen dem Land Sachsen und den Kommunen erzeugen das Gefühl von Behörden-Willkür, wenn bislang anerkannte Schulen in der Vergangenheit plötzlich in frage gestellt wurden. So ist es unverständlich, dass den Schulen keine Offenheit gegenüber den Familien über Anmeldezahlen erlaubt ist.

Das Kant als einziges Gymnasium im Süden mit seiner hervorragenden pädagogischen Arbeit braucht das öffentliche Bekenntnis. Die Stadt Leipzig muss endlich Farbe bekennen: zur Zukunft des Kant-Gymnasiums, der Felix-Christian-Weiße Mittelschule, zu allen anderen destabilisierten Schulen. Solange hier nicht Klarheit geschaffen wird, führen systematische Fehlinformationen, Spekulationen und Gerüchte unerfreulich die Diskussion.

Wir fordern Herrn Jung auf, die Schulnetzplanung endlich und spätestens bis zur Ratsversammlung im Februar, und damit rechtzeitig vor der Anmeldung an der weiterführenden Schule im März, abzuschließen! Für die Schüler und Schülerinnen, für die Eltern, für die Lehrer und Lehrerinnen der öffentlich und durch Mitwirkungsentzüge in Frage gestellten Schulen!“