| Thema:
Erfassung des tatsächlichen Bedarfs für Kinderbetreuung
Antrag Nr. IV/A 314 vom 01.04.2009 zur Aufnahme in die Tagesordnung der Ratsversammlung am 22.04.2009
Verweisungsvorschlag
Fachausschuss
Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule
Jugendhilfeausschuss
Beschlussvorschlag
1. Die Stadtverwaltung wird beauftragt, den tatsächlichen Betreuungsbedarf für Kinder in Kindergärten und Krippen zu erfassen.
2. Das Jugendamt entwickelt dazu einen Fragebogen, um Angaben der Familie und zum stadtteilbezogenen Betreuungsbedarf aufzunehmen. Das Formblatt dient allein der Bedarfserfassung.
3. Der Fragebogen wird durch das Standesamt bei Geburt des Kindes ausgegeben.
Begründung:
Bisher beruht die Kindertagesstättenplanung allein auf angenommenen Schätzwerten. Die wirklichen Bedarfszahlen sind vom tatsächlichen Umfang und der stadträumlichen Verteilung weitgehend unbekannt.
Die Bedarfserfassung ist aber notwendig, um Kindertagesstätten-Neubauplanungen besser an den Vorortbedarf anzupassen und der Stadtverwaltung damit ein Instrument zur lokalen Steuerung von Betreuungsangeboten an die Hand zu geben und somit dem Ziel einer wohnortnahen Betreuung der Kinder näher zu kommen.
Der Antrag kann keinen einzigen der dringend notwendigen zusätzlichen Betreuungsplätze schaffen, aber er soll den tatsächlichen Bedarf ermitteln und kann damit mittelfristig die Bedarfsdeckung unterstützen.
Material PE:
Die Stadtverwaltung plant derzeit, aufgrund fehlender Bedarfserfassung, für das Krippenalter, bis auf die Daten zu Geburten bisher weitestgehend mit Unbekannten. Man rechnet für 2009 mit einem Bedarf von 33 % plus 8,5 % in Tagespflege (Dynamisierung für die Folgejahre um 0,5 %). Tatsächlich muss der Bedarf aber wesentlich höher sein, weil Familien, die in Leipzig aktuell einen Krippen-, Kindergarten-
oder Tagespflegeplatz suchen, erfahren müssen, dass es für 2009 keine verfügbaren Betreuungsplätze gibt.
Ganz besonders für das Krippenalter, also nach Beendigung der Elternzeit, können derzeit Mütter oder Väter ihre Arbeit oder Studium nicht wie geplant wieder aufnehmen. Kindergärten und -krippen haben teilweise Anmeldelisten von 300 Kindern. Eventuell Glück haben diejenigen, die ein Geschwisterkind anzumelden haben, denn sie werden bevorzugt. Auch wenn es sich um Mehrfachanmeldungen durch Familien in verschiedenen Einrichtungen handelt, ist klar, dass das Angebot und die geplanten Erweiterungen des Betreuungsangebots bei Weitem nicht ausreichen. Es nützt den Eltern und ihren Arbeitgebern nichts, wenn sie erfahren, dass es 2010 oder 2011 eventuell Sinn macht, wieder nachzufragen.
Damit die Platzsituation für suchende Familien in gebotener Kürze angepasst werden kann, muss die Verwaltung endlich den tatsächlichen Bedarf auf behördlichem Wege abfragen und daraufhin die Bedarfsplanung anpassen.
Die kommunale Platzvergabe-Internetplattform www.meinkitaplatz-leipzig.de hat, seitdem sie online ist, keinen freien Platz anzeigen können, da die Einrichtungen parallel ihre Wartelisten weiterführen. Die Ermittlung des Bedarfs ist somit über das Internet zur Zeit noch nicht möglich.
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