| Thema:
Rede von Katharina Krefft in der Ratssitzung am 24.04.2008 zum Thema Haushalt
Sehr geehrter Herr OBM, werte Stadträtinnen und Stadträte, liebe Gäste,
unser Antrag auf Inflationsausgleich wurde im erweiterten Finanzausschuss abgelehnt.
Die Jugendhilfe und die Kultur – sie haben eine große Lobby, sie konnten ihre berechtigten Ansprüche durchsetzen. Es gibt aber andere, leisere Vereine, deren Arbeit ebenso bedeutsam für die Leipziger Vereinslandschaft ist.
Vergangenes Jahr begründeten wir hier, warum die Vereinsförderung nicht gekürzt werden darf, heuer geht es uns darum, dass SIE die anderen Vereine vor einer Realkürzung bewahren.
Rauf und runter wird in der Öffentlichkeit derzeit die Inflation diskutiert. Im Antrag nahmen wir den Wert aus dem III.Quartal 2007, 2,4%, im IV.Quartal waren es sogar 2,9% in den Neuen Bundesländern. Die Teuerung ist für jeden spürbar, und auf die Vereine hat das ganz konkrete Auswirkung. Ihre Betriebskosten steigen, das Geld fehlt für ihre Arbeit!
Wir begrüßen, dass sich die Stadt mit der Beteiligung an der Konflikt- und Interventionsstelle KIS zu dem bundesweit vorbildlichen Engagement der Frauen für Frauen (und Männer) bekennt. Damit wird diese Arbeit bei erheblich gestiegenem Bedarf in ihrer Qualität und Quantität gesichert. Doch darf nicht darüber hinweggesehen werden, dass Frauenvereine mehr machen. Sehr geehrte Frau Kudla, sie haben in der Diskussion um ihre Äußerungen in der Haushaltsrede argumentiert, dass die Prävention bei der Kindeswohlgefährdung gestärkt werden muss – ja, natürlich und Unterstützung, Hilfsangebote, Beratung, Schutz für Frauen ist vorbeugender Kinderschutz. Die hilfesuchenden Frauen sind doch nicht alleine! Sie haben Kinder. Also ist es sinnvoll, und im Sinne der strategischen Kommunalpolitik – Priorität für Kinder und Familie! , hier real nicht zu kürzen.
Gleiches gilt für die Umweltvereine. Auch Prof. Kurt Biedenkopf entwickelte vor Kurzem die Vision der Begrenzung- nach der Ära des ungehinderten Wachstums streben wir in eine Zeit, in er wir uns mit Ressourcenbegrenzung auseinander setzen müssen.
Umweltbildung ist die Bildung vom Umgang mit Ressourcen, ist die Bildung, die wir unseren Kindern mitgeben müssen, um sie auf ihre Zukunft vorzubereiten. Wie geht ein Baum mit Stress also vor allem Wassermangel, um? Er reduziert sein Dickenwachstum und investiert in die Zukunft. Daraus und aus anderen Phänomenen können wir viel lernen, lernen, kreativ mit Mangel umzugehen, lernen, auf andere Ressourcen zu setzen! Bei den Umweltvereinen real zu kürzen, heißt ganz klar, bei der Umweltbildung unserer Kinder, bei ihrer Vorbereitung für die Zukunft zu sparen. Das ist grundfalsch!
Es gibt noch weitere Vereine, ich möchte es hierbei belassen,
meine sehr geehrten Herren und Damen. Bedenken sie bei ihrer Entscheidung, was wirklich wichtig ist für die Kinder in unserer Stadt!
Vielen Dank.
|
|