Thema: Rede von Katharina Krefft zum Thema Migrantenbeirat in der Ratsversammlung vom 16.01.2008

 
Sehr geehrter Herr Oberbürgermeister, werte Stadträte und Stadträtinnen, liebe Gäste,

wir unterstützen die Bildung eines Migrantenbeirates und damit auch den Verwaltungsstandpunkt, eine Vorlage zu erarbeiten, wie ein Migrantenbeirat gestaltet werden kann, wenngleich wir meinen, wir hätten ohne weiteres heute den Migrantenbeirat beschließen können . Migranten ist der Oberbegriff für eine inhomogene Gruppe von Menschen, die lediglich gemeinsam haben, dass sie aus dem Ausland zuwanderten. Ebenfalls gibt es eine Vielzahl von Verbänden und Vereinen, die von und mit Migranten entstanden. Dass wir nicht heute den Beschluss fassen, den Beirat zu begründen, liegt auch daran, dass es schwierig ist, eine geeignete Repräsentanz für diese vielfältige und unterschiedlich organisierte Gruppe zu finden; die arbeitsfähig ist und außerdem förderlich für die Belange der Migranten in Leipzig.

Ganz sicher wird der Beirat nicht verhindern, dass Parallelgesellschaften entstehen, liebe Vertreter der CDU! Genausowenig wie der Drogenbeirat Drogenabhängigkeit verhindert, oder der Seniorenbeirat Einsamkeit im Alter, oder der Tierschutzbeirat das Aussetzen von Tieren nach Weihnachten oder vor der Urlaubszeit! Aber der Migrantenbeirat kann und wird meinungsbildend wirken. In die Gesellschaft, aber auch in die verschiedenen Gruppen der Zugewanderten. Meinungsbildend bspw., dass Gewalt kein geeignetes Mittel der Auseinandersetzung ist, meinungsbildend bspw., dass eine frühe Betreuung der Kinder in Krippen und Kindergärten förderlich für die Zukunft der Kinder in der neuen Heimat ist.

Für die CDU – und das ist erschreckend – scheint Migration nach Leipzig nur aus muslimisch geprägten Regionen stattzufinden – denn in diesem Zusammenhang wird der Begriff Parallelgesellschaft in der Diskussion verwendet! Ein Blick in des statistische Jahrbuch dürfte Ihnen aber bestätigen: die größten Gruppen von Ausländern kommen aus der Ukraine, Vietnam, Russische Förderation, dann Irak, Italien und Polen, überwiegend also Länder, die nicht für einen starken Islam bekannt wären.

Ich bin überzeugt, der Migrantenbeirat wird dazu beitragen, Bilder geradezurücken die allzu schnell ins verkehrte Licht geraten, er wird dazu beitragen, dass die Menschen mit Migrationshintergrund politischer werden und ihre Belange in Leipzig mehr Beachtung finden. Er wird aber keinesfalls die Probleme, die Migration für Migranten und für die aufnehmende Gesellschaft bereiten, gänzlich lösen!