Thema: BERICHT von der Bürgerreise nach Addis Abeba - Besuch bei der Oromia Coffee Farmers Kooperative Union

Seit bald 1 Jahr gibt es den LEIPZIGER, den Partnerschaftskaffee aus Sidamo, einer Gegend im der Provinz Oromia in Äthiopien. Es wäre etwas beschwerlich, den Weg dorthin auf sich zu nehmen, vor allem wenn man nur kurze Zeit in Lande weilt. Doch kann man sich beim Besuch der Partnerstadt Addis Abeba ein Bild von der Partnern vor Ort machen. In Addis befindet sich nämlich das Büro der Oromia Coffee Farmers Kooperative Union. Kurz OCFKU.

Tadesse Meskela, der Manager, war am 17.September in Leipzig und nun wieder unterwegs in den USA, um für seinen Kaffee zu werben. Das Endprodukt, eine Packung "Der Leipziger" übergaben wir daher stellvertretend seiner Mitarbeiterin für Coffee Export Division, Frau Mektemti. Sie stellte uns die junge und erfolgreiche Firmengeschichte als Power Point Präsentation vor.
Begonnen hatten sie 1999, 2001 konnte die Union als Firma eingetragen werden. 34 Kooperativen mit 22.503 Kaffeebauern wagten sich daran, ihren Kaffee direkt zu vermarkten. Im Unterschied zum konventionellen Kaffeehandel übergeben sie ihren Kaffee nun der Kooperative und nicht mehr an Einkäufer und Lieferanten der großen Kaffeehändler. Die Kooperative tritt eigenständig als Exporteur auf, die Profite aus diesen ersten 3 Stufen der Kaffeekette bleiben bei der Union. Die Aufkäufer des Fairen Kaffees zahlen darüber hinaus eine Prämie.

Das Geschäft mit dem Fairen Kaffeehandel scheint zu überzeugen - in den letzten 3 Erntejahren wuchs die Zahl der Kooperativen der Union auf 115 und vertritt nun insgesamt 102.950 Bauern. Diese Volumina wollen bewegt werden - die Union verabschiedet sich mit dieser Saison vom alten Warenverarbeitungshaus und eröffnet mit der kommenden Ernte Ende Oktober ihr eigenes. Auch verlangt eine professionelle Vermarktung eine repräsentative Präsenz in der Hauptstadt. Aus dem einem Familienhaus ähnlichen beschaulichen Büro möchte die Union perspektivisch in einen eigenen Bürokomplex ziehen. Das Grundstück ist gekauft, der Bau wird vielleicht in einem Jahr losgehen können. Dann wird es auch eine eigene Rösterei geben sowie ein Verkostungsangebot. Den äthiopischen Markt somit ins Visier zu nehmen ist sicher klug, denn in Lokalen mit westlichem Speisenangebot wird in Addis reimportierter Kaffee angeboten.

Für die Kooperativen war das Erntejahr 2007 das bisher erfolgreichste. Aus Nettoeinkünften in Höhe von umgerechnet über einer Million Euro konnten umgerechnet über eine halbe Million Euro als Dividende ausgezahlt werden. Mit der Prämie, die 10 bir-Cent pro Einheit amerik. Kaffeepfund (lb) beträgt, konnten bisher eine Schule, eine Versorgung für sauberes Wasser und ein Posten für Gesundheitsversorgung gebaut wurden. 2007 standen wieder umgerechnet 200.000€ für Benefizkooperativen zur Verfügung.

Frau Metkemti präsentierte eine gesunde, selbstbewusst wirtschaftende Firma. Bei jedem Schluck Leipziger können wir also gewiss sein, dass der Profit des schwarzen Goldes in der Heimat des Kaffees nachhaltig investiert wird. Bleiben die politischen Verhältnisse stabil und die Witterungsverhältnisse beständig, steht der Fortsetzung der Erfolgsgeschichte nichts im Wege.

www.oromiacoffeeunion.org

Katharina Krefft, 18.10.2008

Weitere Informationen zum Thema: [Reisebericht von Katharina Krefft über den Äthiopienbesuch]

Äthiopienreise Leipziger Kaffee
Frau Dr. Goldfuß, Referatsleiterin für Internationale Zusammenarbeit
der Stadt Leipzig, und Frau Dr. Müller, Bürgerin

Äthiopienreise Leipziger Kaffee
Warenverarbeitungshaus, in welchem die Union
bisher den Kaffee für den Export vorbeitete

Äthiopienreise Leipziger Kaffee
Frau Metkemti, Leiterin der Abteilung für Export

Weitere Informationen zum Thema: [Reisebericht von Katharina Krefft über den Äthiopienbesuch]