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Rede von Katharina Krefft zum Thema Fachplan Erziehung in der Ratsversammlung vom 12.12.2007
Sehr geehrter Herr OBM, werte Stadträte und Stadträtinnen, liebe Gäste,
in der Öffentlichkeit nehmen Meldungen über Verletzung der Elternpflicht seit Monaten großen Raum ein. Seither wird wieder sehr intensiv diskutiert, wie der Verletzung der Elternpflicht begegnet werden könnte. Ganz klar haben diese Meldungen dazu geführt, dass Nachbarn, Kindergärtnerinnen, Lehrerinnen früher auf auffällige Kinder hinweisen, und die Stadt und ihre Beratungs- und Hilfsangebote stark gefordert werden.
Wir haben ein breites Angebot an Beratungsstellen verschiedener Träger, und es freut mich, dass diese nach einem deutlichen Anstieg 2001 seit Jahren stabil und frühzeitig in Anspruch genommen werden. Meistens kommen die Familien wegen Beziehungsproblemen, also Erziehungsschwierigkeiten, Überforderung der Eltern, Störung im Sozialverhalten; dann folgen Entwicklungsauffälligkeiten und Trennung der Eltern, und mit Abstand noch Sonstiges, Schule/Ausbildung, und schließlich mit geringen Fallzahlen Missbrauch, Misshandlung und Suchtprobleme.
Die Familienberatungsstellen sind ein präventives Angebot. Sie leisten nachhaltig gute Arbeit, wie wir aus der großen und stabilen Nachfrage ablesen können. Es ist daher richtig, das Stadtgebiet ausgewogen zu versorgen und auch richtig, im Norden ein Angebot einzurichten, ist doch bekannt, wie wichtig der Sozialraumbezug, die Nähe für das Annehmen von Unterstützung sind. Aber lesen wir den Plan aufmerksam – die Beratungsstellen stoßen an ihre Leistungsgrenze. Darum können wir es auf gar einen Fall und erst Recht nicht bei gestiegenen Geburtenzahlen und damit zu erwartenden höheren Fallzahlen, zulassen, dass – um den unterversorgten Norden abzudecken – eine Stelle in Grünau geschlossen und verlagert wird. Nein, wir brauchen eine zusätzliche Beratungsstelle für den Norden und den Erhalt des Angebotes in Grünau.
Wir bitten um Zustimmung zum gleichlautenden, aber etwas präziser formulierten Antrag der Fraktion Die Linke und zum exakter definierten CDU-Antrag, der statt „mittelfristig“ „Haushalt 2009“ festschreibt. Wir wünschen uns, dass Familien in unserer Stadt frühzeitig Hilfe in Anspruch nehmen, wenn sie nötig wird. Und – das darf ich anfügen, - Schade, das Frau Kudla zu diesem Punkt nicht hier ist, nachdem sie sich zu dieser Thematik in ihrer Haushaltsrede ausgelassen hat - : diese Hilfe ist allemal günstiger als die Unterbringung von Kindern im Verantwortungsbereich des Jugendamtes!
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