Thema: Beitritt zum Gesunde Städte-Netzwerk mit dem Ziel der Gesundheitsförderung im Sinne der Ottawa-Charta

Antrag vom 26.09.2007 zur Aufnahme in die Tagesordnung der Ratsversammlung am 19.09.2007

Beschlussvorschlag

Die Stadt Leipzig bewirbt sich um die Aufnahme in das Gesunde Städte-Netzwerk der Bundesrepublik Deutschland und befürwortet damit die Gesunde Städte-Konzeption sowie erklärt sie sich mit den Zielen und Inhalten der Ottawa-Charta zur Gesundheitsförderung (1986) einverstanden.

Begründung

Schaffung gesunder Lebensbedingungen in Städten gewinnt mit der zunehmenden Urbanisierung immer mehr an Bedeutung. In der Stadt Leipzig sind die Bedingungen für eine gesunde Stadt in einigen Bereichen gut, in anderen verbesserungswürdig.
Das „Gesunde Städte-Netzwerk“ ist eine Initiative zur gesundheitsorientierten Verbesserung der städtischen Lebensweisen der Bevölkerung, welche die Weltgesundheitsorganisation (WHO) 1986 gestartet hat. Das Netzwerk ist ein freiwilliger Zusammenschluss der beteiligten Kommunen. Mittlerweile ist es zu einem weltweiten Projekt herangewachsen an dem sich allein 60 deutsche Kommunen beteiligen. Es spricht in fachlicher Hinsicht Mitarbeiter/innen des Gesundheitsamtes, des Sozialamtes, des Umweltamtes und der Stadtentwicklungsplanung ebenso an, wie Vertreter/innen der Gesundheitsinitiativen und Selbsthilfegruppen. Das Gesunde Städte Netzwerk bildet eine Plattform, auf welcher sich Städte gemeinsam für ihre Gesundheit stark machen, Ideen sammeln und Erfahrungen austauschen. Durch Teilnahme an Mitgliederversammlungen des deutschen Netzwerkes, einmal jährlich, Gesunde Städte-Symposien, die alle zwei Jahre stattfinden und regelmäßigen Newslettern kann der Erfahrungsaustausch funktionieren. Mit dem Beitritt zum Gesunde Städte-Netzwerk und der Akzeptanz der Beitrittskriterien geben wir ein klares Bekenntnis für ein gesundes Leipzig ab.

 

Beispiele aus anderen Städten:

Dresden
Ein Projektbüro initiiert und koordiniert Programme und Aktionen zur Gesundheitsförderung, informiert zur Gesundheitsthemen und vermittelt die Mitarbeit bei WHO-Projekten. Als Bindeglied zwischen Projektbüro und Stadtrat hat die Stadt Dresden einen Beirat gebildet, der aus StadträtInnen, sachkundigen BürgerInnen und Vertretern projektrelevanter Geschäftsbereiche besteht. Der Beigeordnete für Soziales ist Vorsitzender des Gremiums.

Heidelberg
Veranstaltungen wie das „Forum Gesundheit“ mit Themen wie Essen, Esskultur, Essstörungen; Aktionstag „Lebendiger Neckar“, an diesem Tag ist die Uferlandschaft des Neckars autofreier Erlebnis- und Erholungsraum, Projekte wie „Trink dich fit und schlau – ein Projekt zur Förderung des Trinkwasserkonsums in den Heidelberger Grundschulen, „Rauchfrei genießen“ – ein Führer durch Restaurants und Cafés mit Nichtraucherbereichen.

Magdeburg
Das Dezernat für Soziales, Jugend und Gesundheit der Stadt Magdeburg hat zusammen mit dem Gesunde Städte Projekt Magdeburg eine Kampagne zu den Themen "Gesunde Ernährung und Bewegung in Kindertagesstätten". Die Kampagne, mit dem Motto "Magdeburg bewegt – beweg' dich mit" ist ein ganzheitliches Angebotskonzept zur Gesunden Ernährung und Bewegung für Kinder, Eltern, Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter. Als erstes Produkt wurde ein Angebotskatalog gestaltet. Auf 30 Seiten werden Aktivitäten verschiedener Anbieter zu den Themen "Gesunde Ernährung" und "Bewegung" vorgestellt. So z. B: für Kinder: Besuche auf einem Bauern- oder Ziegenhof, Schwimmkurs mit Erwerb des „Seepferdchens“, Kochkurs, Sinnesparcours, für Erwachsene: Schulungen zur gesunden Ernährung, Rückenschule,

Stuttgart
Gründung des Vereins „Forum Gesunde Stadt Stuttgart“, verschiedene Projekte wie das Modellprojekt „Bewegte Kinder“ in Kindertageseinrichtungen, Erarbeitung eines fremdsprachigen Gesundheitswegweisers (maßgeblich initiiert von der Ausländerbeauftragten der Landeshauptstadt Stuttgart und dem Forum Gesunde Stadt Stuttgart e. V.).