| Thema: Rede Katharina Krefft am 16.05.2007 in der Ratsversammlung zur Drucksache „Verkauf der ehemaligen Richard-Wagner-Schule“
Sehr geehrter Herr OBM, werte Stadträte und Stadträtinnen, liebe Gäste,
vordergründig geht es bei der Vorlage zum Verkauf der ehemaligen RiWa nur um eine Veräußerung zu Gunsten der Stadt. Sie ist die Sorge um ein ungenutztes und unsaniertes Gebäude los und erhält dafür auch noch 350 T€. Scheinbar ein unproblematisches Geschäft.
Aber ist der Verkauf an ein Unternehmen, das hier den Aufbau eines Schulstandortes plant, auch günstig für die Entwicklung Leipzigs, für unsere Leipziger Schullandschaft?
Wir denken: Nein.
Das besondere an dieser Schulgründung ist, dass sie nicht wie die anderen freien Schulen in unserer Stadt durch bürgerschaftliches Engagement besonders in der Friedlichen Revolution entstanden ist. Sie wird von außen oder oben geplant, eingerichtet und aufgebaut. Dass nicht Eltern, die Schule anders wünschen, dahinter stehen, macht sich an einem pädagogischen Konzept bemerkbar, bei dem Pädagogik und die besondere Pädagogik dieser Schule nicht erkennbar ist.
Wir befürchten mit der Entstehung einer neuen Schule in privater Trägerschaft eine Fortsetzung der Segregation in den Schulen der Stadt. Schon heute macht uns das sächsische 2gliedrige Schulsystem enorme Probleme bei der Schulnetzplanung, da die Mittelschulen so unattraktiv sind, dass die SchülerInnen an die Gymnasien oder an freie Schulen wechseln. Und wir lehnen es ab, staatliche Schulen nur noch für den „Rest“ vorzuhalten.
Das staatliche Schulsystem gerät zunehmend unter Druck, Durch nichtstaatliche Schulen, die eine bessere Pädagogik, bessere Schule anbieten. Durch erschütternde Pisa-Ergebnisse. Durch eine Landespolitik, die nicht bereit ist, wirklich angemessen auf die Probleme zu reagieren. Durch Eltern und Schülerinnen, die mit den Füßen abstimmen. Und nun auch durch eine Schulfirma von außen.
Wir sollten uns durch diese Entwicklung ermahnt fühlen.
Beschlussfassung: Die Drucksache Richard-Wagner-Schule wurde mit knapper Mehrheit von Stimmen aus der CDU und SPD, FDP beschlossen.
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